Bernhard Fiebig

14. 12. 2017

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Ich bin rundum glücklich!

Wie ich das sein kann? Nun, wenn Sie wollen, erzähle ich Ihnen, wie ich es immer wieder versuche.

Viele lange zähe Jahre strampelte ich und versuchte alles um glücklich zu sein. Doch was ich auch tat, es blieb alles beim Alten, ich erlebte keine Verbesserung. Menschen enttäuschten oder verrieten mich, ungerecht behandelt wurde ich auch, belogen selbstverständlich, mehr oder weniger legal betrogen sowieso, falschen Rat bekam ich oft, Versprechen wurden gebrochen, Unfälle, Todesfälle, Krankheiten und so weiter. Kennen Sie das Sprichwort: "Irgendetwas ist immer" ?

Also ging ich voller Energie und sehr zielstrebig in die von mir gewollte Richtung und brachte mich dabei, ohne es zu wollen, geradewegs selbst ins Unglück. Ich musste dazu nur regelmäßig über mein Glück nachdenken. Bin ich glücklich? Was ist Glück? Was fehlt mir zum Glück? So schaffte ich es mit etwas Geduld und völlig unabhängig vom äußeren Einfluss ganz sicher unglücklich zu werden. Es gab für mich immer sehr viele zwingende Gründe um unglücklich zu sein.

Ehrlich gesagt, so überzeugend die Begründungen auch waren, es war sehr anstrengend unglücklich zu sein. Doch was sollte ich sonst machen, die Gründe lagen ja objektiv auf der Hand. Wie sollte ich denn mit all diesem Gerümpel, das mir die Welt ins Leben warf und das ich gar nicht haben wollte, glücklich werden?

Diese Frage war der unvermutete Anfang meiner Aussicht auf Glückseligkeit. Heute bin ich glücklich, weil ich das Mühsame, Ungerechte, Sinnlose und alle die möglichen Unglücksgründe annehmen kann. Ich will es nicht haben, aber ich kann es nicht ändern. Es gehört zu meinem Leben dazu. Und ich kenne kein Recht auf leidens- und schmerzfreies Leben im ungetrübten Idealzustand. Wie sollte das auch gehen? Wir sprechen vom leidens- und schmerzfreien Idealzustand.

Ich freunde mich jetzt einfach mit dem Leben an. Es ist, wie es ist. Der Streit gehört dazu, der Verlust, der Betrug, die Enttäuschung. Na und? Auch so vieles Schöne gehört zum Leben. Manchmal genügt ein Lachen. Was ist mir wichtig? Was kann ich ändern?

Und wenn mich meine Gelassenheit wieder mal im Stich lässt, dann halte ich eben auch mal mich aus und bin mir selbst nicht lange böse.

 

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